Published by: World Tibet Network News, Sunday, Jun 2, 1996
Peking, 31 May 96 (dpa) - Die chinesischen Behoerden haben fuenf Tibeter wegen der Veranstaltung von Demonstrationen fuer die Unabhaengigkeit ihres Landes zu Gefaengnisstrafen von bis zu fuenf Jahren verurteilt. Wie das in London ansaessige Tibet Informationsbuero am Freitag unter Berufung auf das tibetische Fernsehen in Peking bekanntgab, wurden die vier Maenner und eine Frau waehrend eines Schauprozesses in einem Sportstadion in der tibetischen Stadt Xigaze verurteilt.
Acht weitere Menschen seien wegen Mordes und Diebstahl zum Tode verurteilt und moeglicherweise gleich danach exekutiert worden. Zwei aehnliche Prozesse sollen bereits am 10. und 21. Mai stattgefunden haben. Dabei sollen unter anderem drei Menschen wegen Drogen- und Waffenhandels exekutiert worden sein. Anfang dieses Jahres lagen Menschenrechtsorganisationen dokumentierte Faelle von ueber 600 Tibetern vor, die als Gegner des chinesischen Regimes in Gefaengnissen sitzen.
1950 besetzten chinesische Truppen das 4 000 Meter hoch gelegene Bergland im Himalaya. Ein von China aufgezwungenes Abkommen gliederte Tibet 1951 in den Staatsverband der Besetzer ein. Der 14. Dalai Lama, geistliches und weltliches Oberhaupt, erkannte den Vertrag aber nie an. Er floh 1959 nach Indien.
dpa mi cs ne