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Il Partito Nuovo - 31 maggio 1992
Eine föderative Sprache

ZUSAMMENFASSUNG: Mit der Resolution 11.11 vom 8.November 1985 erkennt die Gesamtkonferenz der UNESCO an, da das Esperanto gro e Möglichkeiten für eine internationale Verständigung und die Kommunikation unter den Völkern bietet und fordert die 160 Mitgliedsstaaten dazu auf, die Einführung eines Studienprogramms über Sprachprobleme und das Esperanto an ihren Schulen zu fördern.

Wie kommt es, da diese Resolution unbeachtet gelassen worden ist und vor allem, warum ist diese Aufforderung von allen Ländern der Gemeinschaft, die doch Bedarf an übernationaler Kommunikation haben, letztlich abgewiesen worden?

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Im Laufe der ersten Tagung des XXXVI. Kongresses der Radikalen Partei haben sich eingeschrieben: aus Italien Andrea Chiti Batelli, Esperantist, über zwanzig Jahre lang Sekretär der italienischen Parlamentsdelegation im Europaparlament; seit 1944 Anhänger der "Föderalistischen Bewegung Europas"; aus den Niederlanden Hans Erasmus, zur Zeit Programmdirektor der EG-Umweltkommission-Generaldirektion, holländischer Vertreter der "Esperantistischen Union Europas" (E.E.U.) und Schöpfer des "Kommunikationsprojekts der Europäischen Gemeinschaft".

Für die Esperantisten, die wir dazu aufrufen, sich einzuschreiben, für die esperantistischen Vereinigungen, denen wir vorschlagen, sich mit unserer Organisation in einem Bund zusammenzuschlie en, will die Radikale Partei ein Instrument des politischen Kampfes sein, um das Problem der Sprache aufzuwerfen und die Idee einer internationalen, demokratischen Sprache in Europa und weltweit zu unterstützten.

(DIE PARTEI NEU - No 7 - MAI 1992)

Damit die Europäer sich untereinander verständlich machen können, visierte die Sprachpolitik der EG-Organismen bislang folgende Ziele an:

"Mehrsprachigkeit der breiten Masse", so als ob dies für alle erreichbar wäre, während noch nicht einmal die Universitätsdozenten und die führenden Schichten diesem Anspruch genügen, da sie fast immer nur eine Fremdsprache sprechen und das ist meistens Englisch;

"die sprachliche Diversifizierung", in dem Sinne, da man je nach Ort und Land verschieden unterschiedliche Sprachen lehrt, so als ob nicht alle Familien vorziehen würden, so wie die Lage ist, da man ihren Kindern als erste Fremdsprache Englisch beibringt und die dann letztendlich auch die einzige bleibt;

"die intereuropäische Kommunikation dank dieser Diversifizierung", so als ob nicht das Gegenteil wahr und offensichtlich wäre: wenn jeder drei oder vier Sprachen lernen würde, und jeder andere, so würde das die Kommunikation genauso behindern, auch in dem unmöglichen Fall, da es allen gelingen würde, drei- oder viersprachig zu werden. Dieses Ziel wird noch abwegiger erscheinen in dem Moment, in dem auch die Länder Osteuropas in den Einigungsproze miteingezogen werden;

"den Erwerb eines internationalen kulturellen Bewu tseins von seiten aller", so als ob es dafür nötig wäre, ein paar Worte in einer oder mehreren Fremdsprachen stottern zu können und als ob nicht dazu vielmehr ein profundes Wissen nötig wäre, welches unvermeidbar immer ein Privileg von einigen wenigen sein wird;

"die Relativierung der eigenen Nationalkultur", so als ob die oberflächliche, auf die Sprache ausgerichtete Kenntnis eines Landes ausreichen würde, die Kultur seines Volkes zu verstehen.

Mit dieser Vorgehensweise ist und wird das Problem der europäischen und internationalen Kommunikation nicht gelöst, noch nicht einmal teilweise. Es wird lediglich umgangen, und das nicht eingestandene Ergebnis wird sein, mit dem Scheitern der hochgesetzten Ziele, da die englische Sprache, welche auf diese Weise keine Alternativen hat, freie Bahn bekommt, mit dem daraus sich ergebenden Selbstmord/Mord der Verschiedenartigkeit und des Reichtums der europäischen Sprachen und Kulturen.

Sind sich die europäischen Institutionen darüber bewu t, was in Realität geschieht? Die sprachliche Demokratie, das Recht auf die eigene Sprache und auf die internationale Sprache ist grundlegend für die Zukunft der europäischen Demokratie und ein Vorreiter der kontinentalen Einheit. Warum nehmen die Kommission, das Parlament der Europäischen Gemeinschaft, der Europarat nicht das Scheitern der bisher verfolgten Sprachpolitik und die Unesco-Resolution von 1985 zur Kenntnis und überlassen den Mitgliedsstaaten die freie Entscheidung über die Einführung des Esperanto, im besonderen auf Grund ihrer propedeutischen Qualität für die Erlernung weiterer Fremdsprachen?

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Emiljia Lapenna, Kroatin, historische Figur der internationalen esperantistischen Bewegung, Gründerin, 1945, der "Kroatia Esperanto Ligo" ("Esperantistische Liga Kroatiens"), hat uns zusammen mit der Einschreibung in die Radikale Partei folgende Nachricht geschickt: "Nachdem ich in der in Esperanto geschriebenen Zeitung "La Partio nova" den Aufruf erhalten habe, mich in die übernationale Radikale Partei einzuschreiben, gab es für mich keine Zweifel darüber, was ich tun sollte. Da ich seit 50 Jahren Esperantistin bin, war es für mich normal, mich in die einzige Partei einzuschreiben, die dem Esperanto die gebührende Aufmerksamkeit widmet, und damit auch der überall herrschenden, wenn auch oft unbeachteten sprachlichen Diskrimination.

Es ist möglich, den traurigen Zustand der Welt zu verbessern - ich lebe in einer ihrer tragischsten Ecken, unter Kriegsfeuer -, durch den Internationalismus, nicht durch jenen esperantistischen Neutralismus, der allzuoft für Gleichgültigkeit genommen wird. Ich hoffe, da das viele Esperantisten endlich kapieren."

 
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