ZUSAMMENFASSUNG: In einem Interview an die deutsche Wochenzeitschrift "Der Spiegel" - wir veröffentlichen hier eine Abschnitt- behauptet der amerikanische Nobelpreisträger Milton Friedman, dass alle Versuche welche die Anwendung von Strafgesetzen und Polizeima nahmen vorsehen um das Drogenproblem zu lösen, zum Scheitern verurteilt sind. "Der staatliche Eingriff- sagt Friedmann- schafft einen Drogenmarkt mit immensen Preisen, welcher die Enstehung von kriminellen Verbänden unterstützt."
(DIE PARTEI NEU - No 7 - MAI 1992)
Frage: "In den USA werden jährlich 12 Milliarden Dollar für den "Drogenkrieg" ausgegeben. Wann hat dieser "Krieg" angefangen?" Antwort: "Er begann mit Richard Nixon 1969 und scheiterte. Reagan nahm ihn wieder auf, konnte aber auch nicht gewinnen. Bush deklarierte dann den "totalen Krieg" und nominierte William Bennet 'Zar' der Drogen: dieser zog sich nach einer Erklärung über das sichere Gelingen seiner eingeführten Ma nahmen, zurück. Nichts von alledem passierte. Schon 1972 habe ich das Scheitern des Antidrogenprojektes von Nixon vorhergesehen, und eine Liberalisation der Drogen verlangt. Ich bin für die Abschaffung des Prohibitionismusses und kämpfe dafür, dass Drogen genauso wie Alkohol und Tabak behandelt werden." F: "Dessen Verkauf legal ist".
A: "Mit einigen Einschränkungen. Der Alkohol kann nur von Volljährigen gekauft werden, in einigen Ländern nur in Läden die vom Staat geleitet werden und kann nicht vor der Uhrzeit der religiösen Funktionen verkauft werden." F: "Wer soll die Drogen produzieren?" A: "Die, die es am besten können: die Pharmazeutische Industrie".
F: "Wer würde in einem legalen Drogenmarkt, der Pharmaindustrie die nötigen Grundstoffe liefern? Können Sie sich Mohnfelder im Kansas und Marihuanaplantagen in Kalifornien vorstellen?" A: "Warum nicht? Auf der anderen Seite existieren die Marihuanaplantagen weiterhin, trotz der Zerstörung von Seiten der Antidrogentrupps. In der Drogenpolitik der Vereinigten Staaten spielt die Marihuana eine dominierende Rolle. Es wurde dem Gras Krieg erklärt, obwohl man nicht einen einzigen Fall von Marihuana-Overdosis kennt und obwohl dutzende wissenschaftliche Untersuchungen diese Droge als harmlos klassifizieren. Die Marihuana wurde teurer und der Verbraucher fand plötzlich den Preis von Kokain und seit kurzer Zeit auch von Crack interessant. Der Prohibitionismus schob ihn von einer harmlosen Droge zu einer sehr gefährlichen. Die Konsequenz der akuellen Drogenpolitik ist der Ruin der gro en amerikanischen Städte: jedes Jahr zählt man, in der Drogenwelt 10.000 Morde mehr, die Gefängnisse sind überfüllt und es bleibt wenig
Zeit übrig für die Verfolgung anderer Delikte." F: "Da der 'Drogenkrieg' offensichtlich keinen sichtbaren Erfolg zu vermerken hat, kann man annehmen imposante Kräfte die eigenen Gelder und Einflüsse geltend machen um weiterhin diese Erfolge zu verhindern?" A: "Die Leute die ihr Geld mit dem Drogenhandel verdienen würden alles tun um sich ihre Verdienstquelle weiterhin zu sichern: es ist ein vorhersehbares Verhalten von Mitgliedern einer industriellen Branche." F: "Würde eine Legalisierung auch die Autoritäten treffen die die Verfolgung der Drogen leiten?" A: "Im 'Drogenkrieg' haben Verfolger und Verfolgter in mancher Hinsicht ein gemeinsames Interesse. Der Prohibitionismus garantiert den Verfolgten einen guten Verdienst, den Lieferanten, den Drogenverkäufern. Das gleiche gilt für die Verfolger: ihr Etat wird pausenlos erhöht und die Gehälter steigen. Fama und gute Karrieremöglichkeiten sind sicher.