Radicali.it - sito ufficiale di Radicali Italiani
Notizie Radicali, il giornale telematico di Radicali Italiani
cerca [dal 1999]


i testi dal 1955 al 1998

  RSS
dom 26 apr. 2026
[ cerca in archivio ] ARCHIVIO STORICO RADICALE
Archivio Partito radicale
Il Partito Nuovo - 31 maggio 1992
Das Ei des Kolumbus

(DIE PARTEI NEU - No 7 - MAI 1992)

Stellen wir einmal zwei Situationen aus dem Leben der Transnationalen Partei nach: a) Arbeitstreffen von Personen, die in weit voneinander entfernten Orten wohnen; b) die Konsultation von eingeschriebenen oder militanten Abgeordneten, welche es möglich macht, identische Gesetzesvorschläge, Anträge oder Befragungen gleichzeitig verschiedenen Parlamenten vorzulegen oder gewaltfreie Aktionen in verschiedenen Städten zu organisieren.

Nehmen wir an, da eine aus 7 Mitgliedern aus 5 Ländern bestehende Kommission den Entwurf zu einer neuen Satzung für die Tagung des Kongresses im Januar 1993 aufsetzten mü te. Es ist wahrscheinlich, das die Kommissionsmitglieder sich mindestens vier-fünfmal treffen und die Satzungsentwürfe, Abänderungsvorschläge, etc durch Fax oder Eilbote austauschen mü ten. Auch wenn man die Sitzungen in den Ländern einberuft, in denen die Mehrzahl der Kommissionsmitglieder lebt, mu man einkalkulieren, da ein Teil von ihnen bereit sein mü te, 4-5 Reisen in den 7 zur Verfügung stehenden Monaten vorzunehmen und da alle sich für mindestens 15 Tage von ihrer Arbeit entfernen könnten. Rechnen wir die Ausgaben zusammen - Reisen, Aufenthalte, Simultanübersetzungen, die Porto- und Kurierkosten für die Dokumente - so würde die Arbeit der Kommission ca. 150.000 $ kosten. Die Bildung übernationaler Arbeitsorgane und die Sitzungen mit Mitgliedern aus verschiedenen Ländern wäre also, abgesehen von sehr begrenzten Fällen nicht möglic

h, es sei denn, wir würden, nur für die Ausgaben der Parteiführung, über Millionen verfügen.

Die Anwendung des von der Radikalen Partei geförderten mehrsprachigen telematischen Systems "Agora" (ein Kommunikationsmittel, bei dem der Personal Computer direkt mit dem Telefon verbunden ist), da 24 Stunden am Tag in Betrieb ist, würde 70% an Zeit und Geld ersparen. Die Sitzungen könnten sich auf 2 reduzieren: eine anfängliche, zur Definition der generellen Satzungslinien und eine abschlie ende, zur Bestätigung des endgültigen Entwurfs. In den Monaten, die zwischen diesen beiden Versammlungen liegen, könnte die Diskussion interaktiv und ohne Zeitverluste über die "telematische Konferenz" geführt werden: die Teilnehmer hätten die Möglichkeit, "Sitzungen auf Distanz" abzuhalten, in die Debatte einzugreifen und Vorschläge zu machen, ohne sich von ihrem Wohnort entfernen zu müssen. Drei telefonische Verbindungen a' 10 Minuten pro Woche (dies ist die mittlere Dauer einer Verbindung mit "Agora'") würden 28 Dollar pro Monat kosten. Die Übersetzungskosten der Texte in die von "Agora'" vorgesehenen Sprachen würde

n nur ein Zehntel der Kosten für die Simultanübersetzung ausmachen.

Die zweite Situation: mit den traditionellen Technologien ist es nicht möglich, eine Diskussion in einem für politische Aktionen erforderlichen Zeitma und mit mehreren Personen, die weit voneinander entfernt sind, zu führen - es sei denn, man würde auf Videokonferenzen zurückgreifen, deren Kosten jedoch unerschwinglich sind. Man mü te sich auf einen Textvorschlag, den man den verschiedenen Parlamenten vorlegen würde, beschränken. Jeder Einspruch und jeder Abänderungsantrag des Basistextes brächte einen zeitlichen Aufschub mit sich.

Mit der "telematischen Konferenz" könnte man die Zeit, die man braucht, um ein Dokument zu diskutieren, einen Vorschlag zu unterbreiten oder die Zustimmungen einzuholen, auf 24 Stunden beschränken.

"Agora'" bietet auch andere Möglichkeiten: so kann man täglich Notizen über die Aktivitäten der Radikalen lesen; ein Archiv mit über 4.000 Texten konsultieren, private Nachrichten oder Unterlagen austauschen und hat Zugriff auf Serviceleistungen, welche andere Organisationen, die das System benutzen, zur Verfügung stellen.

Es gibt natürlich Hindernisse: der "kulturelle" Widerstand, einen Computer zu benutzen, von dem man im allgemeinen annimmt, da er nur für wissenschaftliche Arbeiten eingesetzt wird; die Notwendigkeit, sich einen Computer und ein Modem zuzulegen und ihre Anwendung zu erlernen; die ungenügende Verbreitung des telematischen Netzes in den ex-kommunistischen Ländern Osteuropas, in den unterentwickelten Ländern und in denen mit totalitärer Regierungsform; die Grenzen des geschriebenen Wortes, welches im Vergleich zur gesprochenen Sprache die Möglichkeit, Untertöne und Gefühle wahrzunehmen und zu vermitteln, stark einschränkt.

Wenn wir hier die Anwendungsbereiche und -grenzen dieses Kommunikationsinstruments innerhalb einer demokratischen politischen Organisation aufführen können, ohne den "gro en Bruder" herauszukehren und anma end und autoritär zu wirken, wenn wir voraussehen können, da der technologische Rückstand in den östlichen Ländern bald aufgeholt sein wird - angesichts der Unumgänglichkeit telematischer und datenverarbeitender Infrastrukturen für die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen - so können die kulturellen Widerstände nur durch den politischen Willen und durch das Engagement des Einzelnen, sich dieser neuen politischen Waffe bedienen zu wollen, überwunden werden. Das Bewu tsein mu noch wachsen, da die Telematik in den Händen der Radikalen und was diesen übernationalen "Wahnsinn" betrifft, das "Ei des Kolumbus" werden kann; da sie uns helfen kann, wie in der Vergangenheit in Italien die Vervielfältigungsapparate und das Radio, scheinbar unüberwindbare Hindernisse zu überwinden. Vor fast zwanzig Jahr

en, ausgehend von der einfachen Feststellung, da alle in Italien ein Radio im Haus hatten und ein Telefon benutzen konnten, erfanden wir "Radio Radicale", mit seinen "hei en Drähten" und den parlamentarischen Debatten. Heute haben Millionen von Menschen auf der Welt einen Computer zu Hause oder im Büro. Wir haben uns gefragt: warum verwandeln wir dieses Arbeitsinstrument und oft auch Mittel zur Evasion nicht mit Hilfe des Telefons in ein Instrument der politischen Teilnahme? Und so ist "Agora'" entstanden.

 
Argomenti correlati:
stampa questo documento invia questa pagina per mail