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Il partito nuovo - 19 marzo 1993
DAS ITALIENISCHE WUNDER
Siebenunddrei igtausend italienische Einschreibungen. 7.500.000 Dollar Selbstfinanzierung.

ZUSAMMENFASSUNG: Mit dem Erfolg der Unterschriftenkampagne in Italien gewinnt die Radikale Partei, transnational und überparteiisch, weitere Zeit, ihren berechtigten Zielen Konkretheit zu verleihen. Jetzt ist es notwendig, da sich auch die Nichtitaliener sofort einschreiben. Innerhalb der ersten Junihälfte wird die Versammlung der eingeschriebenen Parlamentarier stattfinden, die über 500 Mitglieder zählt: 22 europäische Parlamentarier; 4 italienische Minister, 8 italienische Staatssekretäre und 180 italienische Abgeordnete; 9 nichtitalienische Minister, 4 nichtitalienische stellvertretende Minister und 272 nichtitalienische Abgeordnete, wohnhaft in 37 Ländern, Vertreter von 80 Nationalparteien.

(DIE NEUE PARTEI, März 1993)

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Auf Italienisch abgefa t, in weitere vierzehn Sprachen übersetzt, gesetzt und gedruckt (Albanisch, Tschechisch, Kroatisch, Esperanto, Französisch, Englisch, Polnisch, Portugesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Deutsch, Ungarisch), wird an über vierzigtausend Abgeordnete und an ca. zweihundertfünfzigtausend weitere Personen verschickt. Unser Bestimmungsgebiet ist riesig: vier Kontinente, über 100 Länder, davon 34 europäische.

Es ist ein neues Kommunikationsinstrument, mit dessen Hilfe Parlamentarier und Aktivisten verschiedener Länder gemeinsame Aktionen unternehmen können. Wir bitten Euch daher, diese Zeitung nicht wegzuwerfen, sondern sie zu lesen und uns zu antworten.

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DIE EINZIGARTIGE ANTWORT ITALIENS

Siebenunddrei igtausend italienische Bürger haben sich innerhalb weniger Wochen in die Radikale Partei eingeschrieben, jeder von ihnen hat im Durchschnitt zweihundert Dollar überwiesen, um das Überleben der transnationalen und überparteiischen Radikalen Partei zu sichern und ihr Vorhaben zu unterstützen.

Dies ist in einem Land geschehen, welches eine tiefe moralische, zivile und institutionelle Krise durchlebt, welches die schwere Krise des Regimes und - wie zu beobachten ist - die Ablehnung der Politik, den Ekel vor seiner Führungsklasse lebt.

Bis auf eine Ausnahme, das Jahr 1987, zählte die Radikale Partei jedes Jahr zwei- bis dreitausend Mitglieder; 1992 waren es 2.600. Die Radikale Partei ist in Italien also über vierzehnmal so gro . Ca. zweihundert Parlamentarier aus zehn italienischen Parteien, auch aus den in der Vergangenheit und heute am feindseligsten gestimmten, entgegengesetzten, mit Dutzenden von Ministern und stellvertretenden Ministern, oder Ex-Regierungsmitglieder, Hunderte regionale und städtische Volksvertreter haben sich - gänzlich unerwartet und überraschend - zusammengetan, um diesem so au ergewöhnlich sinnvollen und konkreten Traum Kraft zu verleihen: in einem gemeinsamen Werk, zu einem einzigen Thema und in einem einzigen politischen Projekt Menschen aus aller Welt zu vereinen. Mit dem Ziel, nicht die "Macht" zu erobern, sondern Gesetze, allgemeine Einrichtungen und allgemeine Antworten - ökologische,ökonomische,soziale, pazifistische, demokratische und gewaltfreie - auf die dringlichsten und drängendsten Fragen unserer Zeit

und unserer Gesellschaft zu finden.

Es war uns klar, da es ohne das Eingreifen und ohne diesen Beitrag Italiens aus historischen Gründen nicht möglich gewesen wäre, über die notwendige Zeit und die notwendigen Mittel zu verfügen, um auch in anderen Ländern das Wissen um den "Traum" der Radikalen, um seine Ziele, seine Notwendigkeiten und seine Konkretheit zu verbreiten und zu organisieren.

DIE BEIDEN TAGUNGEN DES XXXVI KONGRESSES

Über ein Jahr lang schien es, als ob diese grö te Hoffnung zum Scheitern bestimmt wäre. Die beiden Tagungen des XXXVI.Parteikongresses, mit einer hohen und eindrucksvollen Teilnahme Hunderter von Abgeordneten und Parlamentariern aus den Ländern des ehemaligen kommunistischen Weltreiches, von Vladivostock bis Sarajevo sowie aus den afrikanischen und den westeuropäischen Ländern, sollten, so schien es, Zeugen der Unmöglichkeit dieses Vorhabens werden. Um so schmerzhafter, da die Gründe und der Erfolg der ersten Versuche, eine neue, transnationale, überparteiische und gewaltfreie Realität ins Leben zu rufen, so natürlich und logisch erschienen waren. Wir stellten fest, da die benötigten menschlichen und finanziellen Kräfte so gro waren, da sie nur in Italien sofort gefunden werden konnten. In Italien jedoch, so schien es, gelang gar nichts, erreicht uns nichts. Au er der Seelenstärke und der Arbeitskraft einiger Hunderter bereits erschöpfter "Träumer".

Dann, auf einmal, haben wir es geschaftt.

Die Kraft der Ideen ist Realität geworden und hat die Gleichgültigkeit, den Abscheu vor der Politik besiegt.

Die Freunde und Parteigenossen, die überall auf der Welt, in den Parlamenten, den Regierungen, im politischen Leben, unsere Hoffnungen und unsere Projekte teilen und teilen wollen, welche sich selbst sagen, bevor sie es anderen sagen, da all dies wunderschön wäre, aber das in ihren Ländern, realistisch gesehen, noch nicht einmal entfernt die Bedingungen bestehen, in denen die Partei leben, erstarken und sich ausdehnen kann, nicht nur am Rande, sondern ihrer Arbeit angemessen, sie sollen wissen, da in Italien alle politischen Beobachter, um nicht von den Leuten zu sprechen, glauben, da ein wahres, unvorhersehbares Wunder geschehen ist.

Es ist geschehen, da es uns nach Jahren der dramatischen Kämpfe gelungen ist, den Leuten den Sinn unseres Projekts nahezubringen, und da einige zehntausend Personen sich entschlossen haben, dieses Projekt zu ihrem Projekt zu machen, es zu unterstützen, mit einem nicht unerheblichen Opfer, indem sie die Einschreibungsgebühren bezahlt und eine au ergewöhnliche und in Italien bisher beispiellose Spendenaktion gestartet haben. Mit Begeisterung und Rührung.

Die Kraft der Idee hat sich als Realität erwiesen, nicht als Petitio principii oder als Metapher: sie hat einen Berg aus Gleichgültigkeit, Ungläubigkeit, Politikverdrossenheit, Parteigängertum und Zugehörigkeit zu den verschiedenen politischen "Ethnien", aus Skepsis und oft auch aus Armut abgetragen, denn auch viele Arme haben zum Reichtum dieser Antwort beigetragen, so provisorisch und partiell sie auch sein mag, hinsichtlich der unerhörten Bedürftigkeit zahlreicher Teile dieser Welt, der ganzen heutigen Welt.

EIN ZUSÄTZLICHER "GEBRAUCHSWERT"

Der kostbarste Beitrag, der uns aus Italien zukommt, ist vielleicht die Tatsache, der Beweis, da diese neue Partei, mit ihrem Symbol der gandhischen Gewaltfreiheit und der transnationalen Einheit das Ergebnis, aber auch der Grund eines neuen Ereignisses ist: ohne die eigene aktuelle und zukünftige Treue zur eigenen Partei, zur eigenen politischen, religiösen und kulturellen Zugehörigkeit zu verleugnen, haben Tausenden von Personen eine neue, andere Zugehörigkeit erworben, in der dies verschiedenen Realitäten zusammenflie en und eine Einheit bilden, nicht, indem sie sich auflösen, sondern indem sie sich gegenseitig bereichern.

Ein Beispiel, unter den vielen möglichen, verdient es, angeführt zu werden: Unser Freund und Parteigenosse Muhamed Kresevljakovic, Bürgermeister des geschändeten Sarajevo - das in jenen Tagen und auch heute noch mit einer Gewalt und einer Unmenschlichkeit belagert wird, die an die Gewalt erinnert, die Warschau und sein Ghetto zum Zeitpunkt der Alleanz zwischen den Nazisten und den Kommunisten Hitlers und Stalins zerstört hat - hat Italien durchquert, hat im Fernsehen gesprochen, nicht nur, um über die Tragödie seiner Stadt und seines Volkes zu sprechen und politische und materielle Hilfsleistungen zu erfragen und zu organisieren, sondern auch, um den Italienern zu erklären, da der Beitritt in die Radikale Partei, in die ghandische, demokratische, transnationale Partei für ihn den geeigntsten Weg darstelle, das Leben, die Zukunft, die Demokratie und den Frieden im Ex-Jugoslawien und in Sarajevo zu retten.

EINE WEITERE FRIST, UM SICH FÜR DAS PROJEKT VON 1993 EINZUSETZEN

Dieser Erfolg schenkt uns also, in allen unseren Ländern, in allen unseren Parlamenten, eine weitere Frist, um das Projekt von 1993 durchzusetzen, um ihm die notwendige Form zu geben und weiterzuarbeiten. Es wird auch notwendig sein, da die Italiener, die diese Wahl getroffen haben, die uns Transnationalen der Neuen Partei von 1992 Vertrauen gegeben haben - und die heute nicht nur mit uns sind, sondern die die gro e Mehrheit von uns stellen - da sie feststellen können, da ihre Geste nützlich war, nützlich ist. Jede Nachricht über neue Einschreibungen auf der Welt, in den demokratischen Parlamenten, über die Verstärkung der Aktion der Radikalen und ihr Anwachsen, au erhalb Italiens, wird sie überzeugen, auch 1994 ihre Wahl von heute zu bestätigen und wird viele andere überzeugen,ihrem Beispiel zu folgen, bereits von diesem Zeitpunkt ab.

DIE LÄNDER DES DEMOKRATISCHEN WESTENS

Wir glauben, da der Moment gekommen ist, auch in anderen Ländern des demokratischen Westens auf angemessene Weise vertreten zu sein, an erster Stelle im europäischen Westen, der zur Zeit die Krise der Europäischen Einheit und die zahlreicher seiner Mitgliedsstaaten durchmacht.

Wir werden versuchen, eine gro e Informations und Mobilisierungskampagne in Frankreich zu starten, das unseren Zielen nützlich sein könnte, vielleicht mehr noch als Italien. Frankreich braucht die Radikale Partei mindestens so sehr wie diese ihre europäischen und weltweit vertretenen demokratischen und gewaltfreien Föderalisten braucht, die bis jetzt noch viel zu sehr auf sich selbst bezogen sind, introvertiert, unter nationaler, in den eigenen Grenzen befangener Selbstgefälligkeit leidend.

Sollte diese schwierige "Kampagne" Erfolg haben, könnten auch zahlreiche weitere europäische Länder, wie z.B. Belgien, Spanien, Portugal und Deutschland ihrerseits sensibilisiert werden.

EIN APPELL FÜR DIE EINSCHREIBUNG AN DIE NICHT-ITALIENER

Aber diese 37.000 italienischen Mitglieder der letzten Wochen haben eine neue Situation bestimmt, mit dem Risiko, ein paradoxerweise ungünstigeres Bild zu kreieren als 1992, als es weniger italienische als russische Mitglieder gab. In der Tat, fügt man dieser rein numerischen Angabe auch die politischere und qualitative der zweihundert Parlamentarier, der Dutzenden ehemaligen und aktuellen Regierungsmitglieder, der italienischen Künstler und Intellektuellen, die in aller Welt bekannt sind, hinzu, so riskieren wir, das Bild einer Partei, die etwas anderes ist als "italienisch" auszulöschen.

Aus diesem Grund appellieren wir an alle unsere nicht-italienischen Leser - insbesondere an alle Parlamentarier und an alle Persönlichkeiten, die sich diesen Bemühungen und diesem Unternehmen letztes Jahr nicht anschlie en wollten, da sie ihr mögliche Durchsetzungskraft unterschätzt haben - sich einzuschreiben, sich uns anzuschlie en, uns zu ermutigen und mit ihrem Beispiel ihr Freunde, ihre Landsleute zu ermutigen, den Projekten, die bereits verwirklicht werden, Kraft zu geben.

Zu diesen Projekten gehört die "Internationale Weltkampagne für die Abschaffung der Todesstrafe innerhalb des jahres 2000"; die anti-prohibitionistische "Kampagne" gegen die weltumfassende Drogenkriminalität, die wir auch dank des Föderationsabkommen mit der "Internationalen Antiprohibitionistischen Liga" weltweit organisieren wollen; die Anbahnung der dringlichsten ökologischen, föderalistischen, demokratischen, und gewaltfreien Initiativen an den verschiedenen Kriegsschauplätzen, die sich wie Fäule in dieser Welt ausbreiten; die esperantistischen Initiativen.

IM JUNI DIE VERSAMMLUNG DER EINGESCHRIEBENEN PARLAMENTARIER

Entsprechend der Entscheidung des Kongresses soll innerhalb des 15.Juni die Versammlung der in die Radikale Partei eingeschriebenen Parlamentarier und die Generalversammlung einberufen werden, die von der neuen Satzung, welche auf dem letzten Kongre verabschiedet wurde, vorgesehenen neuen Parteiorgane. Sie werden die Wahl des Parteivorsitzenden und die ihrer jeweiligen Präsidenten vornehmen und über Projekte und Initiativen diskutieren. Es wäre sehr gut und wichtig, wenn auf der Versammlung der Parlamentarier au er den 1991 und 1992 Eingeschriebenen zahlreiche Freunde und Kollegen, die sich neu eingeschrieben haben, physisch (und moralisch) präsent wären.

Das, was in der Welt geschieht, beweist leider immer ausdrücklicher und dramatischer die Richtigkeit unseres Kampfes, die drängende Kraft unserer Hoffnung angesichts der vielen verzweifelten Situationen und der Gefahr der Barberei und des Todes.

Für das Recht auf Leben, für das Überleben des Rechts, wünschen wir uns, da auch das Schicksal dazu beiträgt, das was notwendig ist, und schön, weiterzuverfolgen.

 
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