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Il partito nuovo - 19 marzo 1993
EINE NEUE ART, POLITIK ZU MACHEN

ZUSAMMENFASSUNG: Die italienische Krise. Während das Land einen der schwierigsten Augenblicke seiner Geschichte durchlebt, ist die Antwort seiner Bürger auf die Unterschriftenkampagne der Radikalen Partei einzigartig. Auch im "italienischen Notfall" konnte man "Hoffnung", "Vertrauen", "politische Seriosität und Gemeinsinn"gewinnen.

(DIE NEUE PARTEI, März 1993)

Die englische Tageszeitung "The Guardian" schreibt, da die Verantwortung für die aktülle Krise in Italien, wenigstens teilweise, auf Europa fällt. In der Tat, Europa hat "nach 1945 ein korruptes Italien einem, in welcher Form auch immer, kommunistischen Italien, vorgezogen."

Wenngleich dies richtig erscheint, so spricht dies die Italiener nicht von ihrer Verantwortung frei. Das Land befindet sich in einem der schwierigsten Momente seiner Geschichte, bedingt durch Fehler, Vergehen, der Schuld seiner gesamten Führungsklasse. Schon seit längerer Zeit, wäre es notwendig gewesen, darauf aufmerksam zu machen, da eine grundlegenden Reform des politischen italienischen Systems vonnöten war, da die Strukturen, die Normen, die Verhaltensweisen, die 1945 entstanden sind und sich im Laufe der Zeit zunehmend in inadequater Weise entwickelt haben, vollständig verändert werden mussten.

Die Klasse der Führer, jedoch hat sich eingemaürt, um ihre Privilegien hartnäckig zu verteidigen, zunehmend weniger jedoch durch den "Kalten Krieg" und die Bedürfnisse einer armen, rückständigen Ökonomie zu rechtfertigen; statt dessen jedoch zunehmend weniger akzeptabel für die Bevölkerung. Es genügte eine kleine Gruppe von Mailändichen Richtern, die das Messer auf die Wunde richteten und so das System der Korruption, der Bestechungsgelder, der Mittäterschaft, das Politiker und Unternehmer (aber auch ein Teil der Magistratur, die heute anklagt) miteinander verband, enthüllten, um das Ganze zusammenstürzen zu lassen.

Angesichts der Enthüllung des immensen Skandals ist die Bevölkerung verzweifelt. Nicht wenige fordern kurzen Proze zu machen und wollen die Todesstrafe für die Verantwortlichen, wie es mit Mussolini und den faschistischen Führern geschah, die 1945 auf dem Mailänder Piazza Loreta hingerichtet und mit dem Kopf nach unten aufgehängt wurden.

Es fehlt die Kraft zur Revolution, aber die Bereitschaft zur Revolte liegt in der Luft, was wesentlich schlimmer ist.

Der Fall von Bettino Craxi, der mächtige Führer der Sozialisten, und vieler anderer politischer Führer derselben Partei, hat einen der drei Pole, auf das sich das italienische politische Gleichgewicht stützte, in die Knie gezwungen. Aber auch die Christdemokraten sind im Scheinwerferlicht und selbst die kommunistische Partei PDS hat keinen Grund zu triumphieren: wenngleich nicht wegen des Bestechungsgelderskandals gegen sie ermittelt wird, so hat die PDS doch von der alten kommunistischen Partei Belastungen "vererbt" (undurchsichtige Finanzierungen von der Sowjetunion) und ihre Parteiführung erscheint unfähig, kulturell gesehen, den Sinn des Novums aufzunehmen; für die Aufgabe der Führung einer Nation nicht angemessen. Der "separatistischen" Lega mangelt es ganz offensichtlich an einer längerfristigen Zukunftsperspektive.

Während das Land sich in so gro en Schwierigkeiten befindet, kann die transnationale Radikale Partei mit den über 36 Tausend Mitgliedschaften einen aufsehenerregenden Erfolg verzeichnen, der begleitet wurde von einer nicht erwarteten Beteiligung von Intellektüllen, Politikern, Künstlern, usw. Wieder einmal haben sich die Radikalen gegen die allgemeine Tendenz gewandt, nicht der Panik nachzugeben und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die Werte zu verteidigen, an das "Edle" der Politik und an eine Mitgliedschaft zu appellieren, die sich diesem verantwortlich fühlt. Verantwortlicher und teurer: Der Preis eines Parteibuchs der Radikalen Partei , in Italien, entspricht 182 Dollar, und ist fast 30 mal höher, als der von den anderen Parteien erhobene Preis (deren Parteiführer die Parteibücher massenweise aufkauften, um die Mehrheiten in den Versammlungen zu erreichen; so resultierten beispielsweise als Parteimitglieder sogar Verstorbene, genau wie in "Tote Seelen" von Gogol).

Die Herausforderung der Radikalen war voller Risiko. Wenige, möglicherweise niemand, hätte nur einen Pfennig auf deren Erfolg gewettet. Aber in Italien war die Erwartung sehr gro und die Herausforderung spielte auch eine Rolle; in einem nicht erwarteten "Schub" von Verantwortlichkeit, zum ersten Mal seit Jahren, auch von Seiten der Massenmedien. Es reichte aus, da Marco Pannella und Emma Bonino auf dem Bildschirm mit den Telefonnummern der Partei auf improvisierten Schildern erschienen und die 60 kurzfristig im Sitz der Partei installierten Telefone klingelten stundenlang. Die Bevölkerung reagierte auf den geforderten finanziellen Aderla , sogar mit Entusiasmus. Die Menschen wollten - letztendlich - ein Minimum an Sauberkeit, an Hoffnung, an Vertraün, an politischer und ziviler Glaubhaftigkeit kaufen.

 
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