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Aiuti Ferdinando - 27 luglio 1993
Aids: Afrika muss gerettet werden

ZUSAMMENFASSUNG: Ganze Völkerschaften der Dritten Welt riskieren ihre Ausrottung. In Indien, Süd-Ostasien, Zentralafrika, Westafrika und Ostafrika ist die Ansteckungsgefahr mit dem AIDS-Virus angsterregend hoch. Das gibt die World Health Organisation an. Wir haben darüber mit einem der grö ten italienischen Experten auf dem Gebiet, mit dem Immunbiologen Ferdinando Aiuti geredet.

(DIE PARTEI NEU, N. 11, 27 JULI 1993)

In Afrika haben wir also eine richtige Pandemie?

AIUTI - Ja, das würde ich sagen. Allerdings war diese Situation der World Health Organisation (WHO) bereits seit langem bekannt. Nicht in ganz Afrika, um die Wahrheit zu sagen, aber in den Ländern Zentral- und Äquatorialafrikas, wie Ruanda, Burundi, Kenia, Uganda. Leider scheint sich die Epidemie jetzt in den Ländern der Atlantikküste auszubreiten. Natürlich mu man sich vor Augen halten, da die Angaben sehr begrenzt und nicht kontrolliert sind, auf Grund der bekannten Mängel der lokalen Sanitärstrukturen. Die Daten sind also wahrscheinlich unterschätzt.

Wie hoch ist die prozentuale Zunahme der Krankheit in Afrika?

AIUTI - In den Ländern Äquatorialafrikas, Zentralafrikas und der Atlantikküste sind 1% bis 10% der Gesamtbevölkerung HIV-infiziert. Natürlich sind die Altersgruppen der 18- bis 40jährigen besonders betroffen. Dies wird ganz klar enorme demographische Auswirkungen haben. Hinzu kommt die Mangelernährung und andere Krankheiten, wie die Malaria oder Geschlechtskrankheiten. Die Verbreitung des HIV-Erregers belastet also eine bereits sehr prekäre Situation.

Aber laut der WHO ist es nicht nur Afrika...

AIUTI - In der Tat. Die Daten sind noch viel besorgniserregender für Südostasien und für Indien. Die Vermutungen sprechen von 40-60 Millionen Aids-Fällen für das Jahr 2000 in diesen Ländern. Die Neuigkeit, wenn man so sagen kann, betrifft gerade Mittel- und Südostasien. Tatsächlich ist bereits schon vor drei Jahren Alarm geschlagen worden, insbesondere für die Situation in Thailand. In diesem Land sind mittlerweile 40% der Drogenabhängigen HIV-positiv und man spricht davon, da 10%-15% der Personen zwischen 16 und 20 Jahren infiziert sind.

Wie hat sich eine so tragische Situation entwickeln können?

AIUTI - Sie ist das Resultat der Unmöglichkeit der Vorbeugung in diesen Ländern. Dasselbe wäre in Europa und in Nordamerika geschehen, wenn es dort nicht den Alarm in den Massenmedien gegeben hätte. Natürlich gibt es in den asiatischen und afrikanischen Ländern auch Probleme der Gesundheitserziehung: es ist natürlich einfach, in Italien oder in Deutschland vorbeugende Ma nahmen zu ergreifen, während es sehr viel schwieriger ist in Ländern wie Indien oder Thailand, wo die soziale Situation einfach dramatisch ist.

Die demographischen und damit auch sozio-ökonomischen Auswirkungen werden dramatisch sein...

AIUTI - Ich kann nur wiederholen, was der Direktor der World Health Organisation gesagt hat. Wir müssen auch an diese Länder denken; wir dürfen nicht nur an die Kampagnen in den industrialisierten Ländern denken. Ich möchte zum Schlu noch auf eine andere Situation hinweisen, die dramatisch werden könnte: ein weiteres Land, da gefährdet sein könnte, ist Brasilien.

 
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