EU/Kanada - Fischereistreit zwischen EU und Kanada: Einigung bis Mittwoch?
Brüssel Im Fischereistreit zwischen der Europäischen Union (EU) und Kanada ist offenbar eine Einigung in Sicht. Wie die Chef Unterhändler der EU Kommission und Kanadas am Montag übereinstimmend erklärten, seien am Vortag Fortschritte erzielt worden. Eine Beilegung des Konflikts wurde in Kommissionskreisen bis zu diesem Mittwoch für möglich gehalten.
Die kanadische Sprecherin verwies ebenso wie ihr Kollege der Kommission darauf, da ein umfassendes Abkommen in dem seit vier Wochen andauernden und zum Teil erbittert geführten Streit um den Fischfang vor Neufundland und Grönland angestrebt werde. In allen Bereichen umstritten sind vor allem die Fangmenge für den vom Aussterben bedrohten Schwarzen Heilbutt sowie die Kontrolle des Fangs seien sich die EU und Kanada nähergekommen. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Offenbar wurde sich darauf verständigt, bei der Kontrolle der Trawler Satellitentechnik zu nutzen. Auch bei den Fangmengen soll eine Einigung bevorstehen: Nach Angaben von Beobachtern sollen Kanadier und Europäer von der EU Flotte gehen in den Gewässern vor Neufundland nur spanische und portugiesische Fischer auf Fang die gleichen Anteile an der auf insgesamt 27 000 Tonnen festgelegten Gesamtfangmenge erhalten. Bisher hatten die Kanadier 69 Prozent beansprucht.
Am Vortag hatte die EU Fischereikommissarin Emma Bonino noch scharf die kanadische Haltung kritisiert. Ottawa gehe es weder um Artenschutz noch um ein paar zusätzliche Tonnen Fisch, sondern um die Ausweitung seiner Hoheitsgewässer über die 200 Meilen Zone hinaus. Auf diese Art und Weise wollten sich die Nordamerikaner Rechte über Meeresbodenschätze in dieser Zone sichern.
Kanada hatte au erhalb seiner 200 Meilen Zone vor Neufundland am 9. März den spanischen Trawler "Estai" wegen angeblich illegalen Fischens des Schwarzen Heilbutts aufgebracht und eine Woche lang festgehalten. Am 19. März hatten die Kanadier die Netze der "Pescamaro Uno" gekappt.